TOMMASO CASCELLA

Tommaso Cascella wird 1951 in Rom als Sohn der Malerin Annamaria Cesarini Sforza und des Bildhauers Pietro Cascella geboren. Heute lebt und arbeitet er zwischen Bomarzo und Rom.

Die Malerei und die Skulptur sind für ihn als generationsübergreifendes Vermächtnis natürliche Ausdrucksmittel. Seine Malerei neigt zu einer dreidimensionalen Umsetzung, in einer Symbiose mit seinen Bronzeskulpturen. Die ausdrucksstarken Farbkompositionen von Cascella sind regelrechte symbolträchtige Architekturen, die geradezu ein alchemistisches Alphabet voller allgemeingültiger Bedeutungen darstellen.

In seiner Malerei und Skulptur will er das Sehen durch den Tastsinn beeinflussen. Die glatte, mit einer Schicht von Symbolen und Zeichen überzogenen Farboberfläche wird mit ihren sichtbaren materischen Einfügungen eine perfekte Ebene für die Malerei. Die Werktitel sind oft der Dichtung und der Literatur entliehen, was seine große Leidenschaft für Bücher zeigt: Cascella hatte tatsächlich einen Verlag und eine Kunstdruckerei, in der er eng mit Künstlern und Schriftstellern zusammenarbeitete. 

1981 gründet er die Zeitschrift für Kunst und Poesie „Cervo Volante“ („Hirschkäfer“). Die Leitung der ersten Ausgaben wird dem Dichter Adriano Spatola übertragen, anschließend Edouardo Sanguineti und Achille Bonito Oliva. Die Zeitschrift besteht bis 1984. 

1987 restauriert Cascella ein großes Anwesen aus dem 16. Jahrhundert in Bomarzo (Viterbo), wo er sein neues Atelier einrichtet. Im Anschluss einer Reise nach Indien stellt er zum ersten Mal seine Skulpturen in Rom aus und nimmt an der XXI Biennale von Gubbio teil. 1995 bekommt er das Bildhauerdiplom der Accademia di San Luca verliehen (“accademico per la scultura“), und eine seiner Bronzearbeiten wird im Stadtviertel Tachikawa City in Tokio aufgestellt. An der XII Quadriennale in Rom nimmt er mit seiner Skulptur „Cielo“ („Himmel“) teil, sowie an einer Ausstellung im Kaohsiung Museum of Fine Arts von Taiwan mit einer Auswahl grafischer Arbeiten. Von 1997 bis 2011 hat er verschiedene Retrospektiven: auf Ischia, im Palazzo die Priori in Certaldo, im Palazzo Orsini in Bomarzo, im Museo Archeologico in Amelia und im Consiglio di Stato in Rom. In dieser Zeit folgen auch wichtige Einzelausstellungen im Ausland: in der Schweiz, in Deutschland, in der Slowakei, in Japan und in China. Erinnerungswürdig sind insbesondere die Ausstellungen im Jahr 2001: im Danubiana Meulensteen Art Museum in Bratislava (zusammen mit Esposito und Fettolini) und, „The far near“, im Da Chu Art Space Museum in Wuhan in China (zusammen mit den Söhnen Matteo und Davide und dem Künstler Ma Lin). 

Im April 2006 wird Cascella eine öffentliche Ausstellung mit dem Titel “Il Linguaggio dell´Iride” (“Die Sprache der Iris”) im Chiostro di Sant´Agostino in Pietrasanta gewidmet, im darauffolgenden Monat eröffnet er mit einer Einzelausstellung die neue Galerie Spirale Art in Monza. 2007 nimmt er an zahlreichen Gruppenausstellungen in Rom, Todi, Bozen und Pescara teil und hat drei Einzelausstellungen: in der Galerie Eventinove in Turin, in der Fondazione Ceramica contemporanea d´autore in Deruta, und im Museo Archeologico in Terni. 2008 zeigt Cascella in der Galerie Marco Rossi – Spirale Art in Mailand – eine neue Serie dreidimensionaler Papierarbeiten mit dem Titel “Pop-Up”. 2010 stellt er in der Tricromia Art Gallery in Rom aus und im selben Jahr in der Galerie Marco Rossi Arte Contemporanea in Pietrasanta in einer Ausstellung mit dem Titel „L´Amore per nome“. 2011 nimmt er mit der Skulptur „Cielo rovesciato“ an der Biennale von Venedig teil, während er im November 2012 im Palazzo Aldobrandini in Rom im Rahmen des Projekts „Arte in regola“ ausstellt. Im selben Monat zeigt Cascella seine Arbeiten in der Einzelausstellung „Calendario“ in der Walter Bischoff Galerie in Berlin und in der Galerie Immaginaria in Florenz. 2012 stellt er an der Università degli Studi di Roma Tre in Rom aus (Ausstellungstitel: „Tra memoria e invenzione”). Im selben Jahr stellt er seine Arbeiten im Consiglio di Stato in Rom aus.

Einzelausstellungen in den folgenden Jahren sind u.a.: „Erbario“ im Jahr 2013 im Palazzo Sforza Cesarini, Genzano, in Rom, „Fiori d´autore“ in der Galerie Miralli in Viterbo und die Retrospektive Tommaso Cascella in der Galleria Comunale in Marina di Ravenna 2014, „La parola disegnata” in der Bibliothè Art Gallery in Rom 2015, mit einer Klangperformance von Venera Maglia.

Bis heute hatte Tommaso Cascella hundertzwanzig Einzelausstellungen.

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